Mach’s wie Ettie!

Mach’s wie Ettie…

Komm mit uns am 8. März zum internationalen feministischen Kampftag auf die Straße und mach’s wie Ettie! 

8. März – 17 Uhr – Theaterplatz Mainz

Ettie Gingold (1913-2001) war eine jüdische, kommunistische und antifaschistische Widerstandskämpferin. Als Mitglied der Freien Deutschen Jugend kämpfte sie während der Naziokkupation in der französischen Résistance gegen den deutschen Faschismus. Als Kurierin arbeitete sie aus dem Exil für die KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) und war an der Herstellung und Verteilung von antifaschistischen Zeitungen sowie Flugblattaktionen beteiligt, mit denen sie auch versuchte, unter den deutschen Soldaten aufklärend zu wirken.

Als in Deutschland während des Kalten Krieges mit der Remilitarisierung, Rüstung und Stationierung von Atomwaffen und Raketen begonnen wurde, gehörte Ettie zu den aktivsten Gegner*innen jeder Rüstungs- und Kriegspolitik. Auch für diese Arbeit wurden sie vom Staat massiv verfolgt.

In Zeiten von Krieg und Krise wollen wir nach Etties Vorbild aktiv werden – gegen Faschismus, Krieg und Patriarchat! Denn Krieg trifft Frauen besonders; Krieg bedeutet die Stärkung traditioneller repressiver Frauenbilder, Kürzungspolitik im Sozial- und Bildungsbereich, sowie zunehmende Gewalt an Frauen. Der Kampf für die Befreiung der Frau muss auch ein internationaler Kampf gegen Kapitalismus und Krieg sein!

Warum gehen wir am 8.März auf die Straße?

Auch im Jahr 2026 ist der Alltag von Frauen und queeren Menschen von Sexismus und Unterdrückungsmustern geprägt: von Catcalling über geringere Gehälter für Frauen bis hin zu Femiziden. Wir finden uns nicht damit ab und fordern euch auf, gemeinsam mit uns auf die Straße zu gehen, um unsere Wut zu organisieren und eine Perspektive auf Befreiung zu bieten! Dabei sind wir konsequent antikapitalistisch, denn die patriarchalen Gesellschaftsstrukturen dienen den Interessen des kapitalistischen Systems! 

Lohnabhängige Frauen sind im Kapitalismus mehrfach belastet. Sie sind berufstätig und sie tragen meist die Hauptverantwortung für die familiäre Sorgearbeit. So spart sich der Staat die Finanzierung von öffentlicher Erziehung, Pflege und Sorge, während Frauen weiterhin oft in einem finanziellen Abhängigkeitsverhältnis zu Männern gefangen sind. Verbunden damit steigt die Gewalt gegen Frauen, Kinder und queere Menschen stetig an. Gleichzeitig sehen wir immer härtere Kürzungen bei öffentlichen Dienst- und Sozialleistungen, die für den Schutz von gewaltbetroffenen Frauen dringend benötigt werden, wie die Schließung von Frauenhäusern in Rheinland-Pfalz. Das fehlende Geld wird in Aufrüstung investiert, um deutsche Marktinteressen im internationalen Konkurrenzkampf zu verteidigen. In den weltweit zunehmenden Kriegsgebieten sind Frauen und queere Menschen besonders von sexualisierter Gewalt betroffen. Es ist an der Zeit, gemeinsam für eine bessere Zukunft zu kämpfen! Die Befreiung vom Patriarchat kann nur durch die Überwindung des Kapitalismus erreicht werden. Wir kämpfen gemeinsam für eine Gesellschaft, die nicht auf Konkurrenz und Unterdrückung basiert. Wir kämpfen auf der Arbeit, in der Schule und auf der Straße für eine Gesellschaft, in der wir selbstbestimmt leben können. In der wir es sind, deren Interessen zählen und nicht die des Kapitals.
Schließ dich uns an, denn es muss nicht bleiben, wie es ist!

Was wollen wir?

Für Befreiung reicht individuelle Verbesserung nicht aus – die Veränderung der gesellschaftlichen und ökonomischen Stellung der Frau ist der zentrale Hebel. Nötig ist finanzielle Unabhängigkeit durch höhere Löhne generell sowie gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit. Dazu gehören ausreichende Kinderbetreuungsplätze und bezahlte Sorgearbeit. 

Es braucht körperliche Selbstbestimmung, also das Recht auf Schwangerschaftsabbruch und eine flächendeckende Gesundheitsversorgung. Die bestehenden Gesetze schränken noch immer den Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen ein und sind nach §218 weiterhin unter Strafe gestellt. Um wirkliche Wahlfreiheit über das Kinderhaben herzustellen, braucht es Investitionen in Gesundheit, Soziales, Schutzräume und Betreuungsangebote anstatt Kürzungen, damit einem Kinderwunsch keine Angst vor Armut oder Überlastung im Weg steht. Auch das Selbstbestimmungsgesetz zum Geschlechtseintrag ist nur ein erster Schritt gewesen. Wenn wir von Befreiung sprechen, meinen wir ALLE Betroffenen. Wenn wir uns gegen Unterdrückung und Sexismus wehren, tun wir dies unter der Fahne des Internationalismus! 

Der Kampf für Reformen ist wichtig und kann kurzfristige Verbesserungen bringen, doch die zugrunde liegenden patriarchalen Strukturen verändern sie nicht. Solange wir uns auf das Wohlwollen der bestehenden Herrschaft verlassen, kann jede Reform jederzeit rückgängig gemacht werden. Eine beständige Befreiung bedeutet, dass die Ausgebeuteten ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen​​ – durch einen revolutionären Bruch mit dem Kapitalismus.

Und was tun?

Lasst uns unsere Stimmen vereinen und auf den Straßen unserer Stadt ein Zeichen setzen! Die Demonstration am 08. März 2026 startet um 17:00 Uhr am Theaterplatz. Raus zum 8. März – Feministisch kämpfen jeden Tag!