Connect und Aurora sind Geschichte. Die einzelnen Fäden beider Gruppen haben sich zu etwas Neuem verwoben. Getrieben von der Notwendigkeit, vereint zu kämpfen, und angesichts sich zuspitzender gesellschaftlicher Widersprüche wagen wir gemeinsam einen Schritt nach vorne.
Bereits vor fünf Jahren gab es einen gemeinsamen Anlauf zur Gruppengründung, der jedoch nicht erfolgreich war. Der damalige Prozess konnte seinen hohen Ansprüchen nur selten gerecht werden. Die Anfangsphase war geprägt von zahlreichen inhaltlichen wie persönlichen Konflikten sowie einer hohen Fluktuation. Patriarchales Verhalten, Lagerdenken und daraus resultierende Taktiererei vertieften die bestehenden Spannungen. Dies mündete schließlich im geschlossenen Austritt einiger Genoss:innen und in der Gründung von Connect Frankfurt.
Weit mehr als die Summe ihrer Teile
In den Jahren der getrennten Organisierung wuchsen zwei Gruppen heran, die sich auf unterschiedliche Schwerpunkte fokussierten. Während Aurora sich vor allem dem Aufbau einer ansprechbaren lokalen Struktur in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet widmete, wuchs Connect insbesondere durch theoretische Festigung, die Evaluation neuer Strategien und deren praktische Umsetzung in verschiedenen Projekten.
Diese Wege waren nicht immer linear. Doch immer wieder trafen wir uns auf denselben Straßen, in den selben Kämpfen und gemeinsamen politischen Prozessen.
In dieser konkreten Praxis fassten wir erneut Vertrauen zueinander. Wir traten in einen intensiven Austausch miteinander und entwickelten eine gemeinsame politische Linie. Dazu gehörten auch ausführliche Gespräche über unsere gemeinsame Vergangenheit und die bewusste Aufarbeitung alter Konflikte. Heute können wir das, was uns bisher unterschied, als Stärke begreifen. Wir vereinen unsere unterschiedlichen Erfahrungen und Schwerpunkte und bauen gemeinsam eine neue Struktur auf – eine Organisation, die weit mehr ist als die Summe ihrer Teile.
Keine Zeit zu verlieren
Unser Ziel ist die Einheit der Kommunist:innen. Es ist an der Zeit, dass wir uns zusammenfinden, uns vereinen und der herrschenden Ordnung entschlossen entgegentreten. Die revolutionäre Linke ist vielfach zersplittert, in Grabenkämpfen gefangen und viele Organisationen bleiben kurzlebig. Entgegen diesem Trend haben wir uns entschieden, einen anderen Weg zu gehen – und dabei wollen wir nicht stehenbleiben.
Wir sehen vielerorts Strukturen und Prozesse, die sich auf den Weg gemacht haben, konkrete Vereinigungsprozesse anzustoßen. Unser Schritt ist Teil dieser Entwicklung. Er soll dazu ermutigen, überall konkret zu prüfen, wo wir gemeinsam weiter zur Einheit gelangen können.
Wir brauchen eine Organisation, die auf die Herausforderungen der Gegenwart reagieren kann, die die Zeichen der Zeit richtig deutet und einen neuen Bezug zwischen politischen und sozialen Kämpfen herstellt. Eine Organisation, die in der Lage ist, unsere Seite im Klassenkampf aufzubauen und unsere Klasse zu organisieren.
Diese Organisation wird nicht einfach aus einer Schublade gezogen. Sie entsteht weder durch bloße Theorie noch durch Entscheidungen von oben. Wir wissen, dass der Weg zu einer modernen, schlagkräftigen Organisation nur über demokratische Prozesse führen kann: über offenen Austausch, kontroverse Diskussionen und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven innerhalb unserer Bewegung. Dafür müssen wir Räume schaffen, in denen wir unsere Praxis institutionell reflektieren und konsequent antipatriarchale, demokratische Strukturen etablieren.
Wir stehen dabei nicht am Anfang. Wir schöpfen aus vielen Quellen von Erfahrung und Widerstand. Wir knüpfen an die Kämpfe der Vergangenheit an, an das, was Genoss:innen vor uns erkämpft haben. Wir lassen uns von ihrer Kraft und ihrem Glauben an eine befreite Gesellschaft inspirieren, lernen aus ihren Erfolgen wie aus ihren Fehlern und tragen diese Kämpfe weiter.
Wir sind nicht allein. Die kommunistische Bewegung in Deutschland wächst, und wir sind Teil von ihr. Wir wollen rein ins Handgemenge und uns bestärken lassen vom Mut, von der Kreativität und von der spürbaren Aufbruchsstimmung, die an immer mehr Orten sichtbar wird.
Unser Zusammenschluss erfüllt uns mit Hoffnung und Stolz – nicht zuletzt, weil er das Ergebnis intensiver gemeinsamer Arbeit ist. In Zeiten der Schwäche bündeln wir unsere Stärke.
Für uns verändert sich mit diesem Schritt vieles. Und genau diese Aufbruchsstimmung, die Neugier auf das Neue, der Wille, mit dem Alten zu brechen, die Entschlossenheit, diesem System den Kampf anzusagen, sind das, was unsere Bewegung jetzt braucht.
Die Zukunft gehört denen, die sich nicht scheuen, für sie zu kämpfen.
Für die Einheit der Kommunist:innen!
Für den revolutionären Aufbruch!
Aufbau Frankfurt