Demobericht: Mach’s wie Ettie – 8. März in Mainz

Einmal im Jahr, am 8. März, tragen wir unseren organisierten Mut auf die Straße. Seit einigen Jahren findet auf unsere Initiative hin eine revolutionäre Demonstration zum feministischen Kampftag in Mainz statt. Über die Jahre haben wir einiges gelernt, uns weiterentwickelt und viele Bündnispartner:innen gewonnen. Während wir bis zuletzt mit einigen hundert Menschen auf die Straße gingen, haben sich gestern über 1500 Menschen unserem Kampf angeschlossen.

Ein FLINTA*-Block führte die Demonstration an, und hat die kämpferische Stimmung auch bis in die letzten Reihen der Demonstration weitergegeben. Auf die Größe der Demonstration waren wir nicht vorbereitet, sie setzt allerdings ein klares Zeichen: Wir sind viele, wir werden mehr, und wir haben nicht nur genug vom Patriarchat, sondern wir sind zunehmend bereit auch degegen zu kämpfen. Das wurde gestern über laute Parolen, eine klare widerständige Haltung und verschiedene Aktionen deutlich vermittelt.

Dieses Jahr haben wir die Demo Ettie Gingold gewidmet, die im Widerstand gegen den deutschen Faschismus war und sich ihr Leben lang gegen den Militarismus gestellt hat. Sie hat selbst keine feministische Theorie produziert, ist dennoch aber als Frau, als Antimilitaristin, als Antifaschistin ein Symbol für die Verwobenheit der kapitalistischen Krisen und für den Kampf ums Ganze. Heute nehmen die Folgen des Klassenwiderspruchs immer drastischere Züge an: neben Ausbeutung, wachsender Armut und Gewalt an FLINTA* sollen wir in Kriegen für deutsche Herrschaftsansprüche und Kapitalinteressen verrecken. 

Verkauft wird uns das als Verteidigung der westlichen Freiheit. Wir wissen aber: Freiheit entsteht im politischen Kampf. Wir werden nicht für ihre Herrschaft sterben, sondern für unsere Befreiung leben. Dabei werden wir uns der Repression nicht beugen, sondern den gegebenen Rahmen sprengen wo wir es können. Insbesondere FLINTA* sind von den Krisen besonders betroffen, und ihnen kommt eine besondere Rolle zu in der Gestaltung eines solidarischen Morgens.

Gestern war kein Feiertag – Gestern war Kampftag!  Wie auch heute – Wie auch morgen.

Denn wir kämpfen weiter für die Befreiung der Frau, für die Befreiung der Geschlechter und für die Befreiung unserer Klasse!